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Projektbeschreibung

 
Die teilweise dramatische Abnahme der Agrobiodiversität stellt ein schleichendes globales Umweltproblem dar, dem auf der politischen Agenda derzeit noch nicht genug Stellenwert eingeräumt wird. Es ist auf unterschiedliche gleichwohl komplex miteinander verwobene Faktoren zurückzuführen. Das Forschungsvorhaben fokussiert auf die artliche, innerartliche und genetische Vielfalt von Nutztieren und -pflanzen.

In der Vergangenheit haben die gesellschaftlichen Naturverhältnisse, also das Geflecht der Bezi
ehungen von Natur und Gesellschaft und das sich daraus herausbildende Muster in der Landwirtschaft (im Sinne der Mitproduktivität) die Entwicklung der Agrobiodiversität wesentlich gefördert. Diese ist damit das Ergebnis der landwirtschaftlichen Produktionsverhältnisse, welche zugleich in kulturelle und soziale Beziehungsmuster eingebettet sind. Die laufende Veränderung der Produktionsstrukturen (gekennzeichnet durch Homogenisierung), die unter anderem wesentlich vor dem Leitbild der Ernährungssicherung vorangetrieben wurde, führt jedoch zu einer starken Abnahme der Agrobiodiversität und der Verengung des Genpools. Genau hierdurch ergeben sich langfristig Risiken im Hinblick auf die Ernährungssicherheit und damit für die langfristigen Zukunftsperspektiven eines Teils der Erdbevölkerung (näheres: Hypothesen des Forschungsprojektes)

Die Entwicklung geeigneter politischer Strategien muss zunächst berücksichtigen, dass die Erhaltung der Agrobiodiversität zum einen ein globales, zum anderen aber ein stark auf den jeweiligen regi
onalen Kontext bezogenes Problem darstellt. Lösungsstrategien sind von der jeweiligen Form der Landwirtschaft abhängig: Die Erhaltung und Förderung der Agrobiodiversität ist auf die Diversität landwirtschaftlicher Nutzungen in den jeweiligen regionalen Kontexten angewiesen. Dies steht in einem eklatanten Spannungsverhältnis zu den Bedingungen des (Welt-)Marktes, der weniger an Qualitäten der Bewirtschaftungsformen und deren Wirkungen orientiert ist, als vielmehr an den Produkten und den Anforderungen an diese. Auf der globalen Ebene hat die Agrobiodiversität in den 90er Jahren beispielsweise mit der Biodiversitäts-Konvention und den Politiken der FAO begonnen, ein politisches Handlungsfeld zu werden. Diese überlagern sich aber beispielweise mit dem Welthandelsregime, ohne dass eine Vorrangregelung besteht. Ein weiteres komplexes Problem für die Strategieentwicklung sind die Bewertung und Bewertungsmethoden zur Klärung des anzustrebenden Ziels. Bewertung fokussiert dabei zum einen auf Risiken und Optionen und zum anderen ethisch motiviert - auf den Umgang mit der Natur.

Das Problemfeld wird derzeit noch gestaltet und erfordert wissenschaftlichen Input, gesellschaftl
iche Diskussionsprozesse und den Einbezug relevanter Akteure, die Rückkoppelungen der Verständigungsprozesse auf nationaler und internationalen Ebene. Ziel des Forschungsvorhabens ist daher, vor dem Hintergrund dieser Spannungsverhältnisse im Sinne einer Sustainability Governance Handlungsmöglichkeiten für eine Vielfalt von Akteuren und deren Interaktion entwickeln. Im Sinne eines breiten Verständnisses von gesellschaftlicher (Selbst-) Steuerung versucht es erstens die Handlungsfähigkeit solcher Akteure zu stärken, die das Problem des Erhalts der Agrobiodiversität bereits jetzt thematisieren, und zweitens die Integration bislang außenstehender Akteure.

Das methodische Vorgehen des Vorhabens orientiert sich an der Identifikation der hemmenden und fö
rdernden Faktoren einer Bereitstellung von Agrobiodiversität. Zugrunde liegen integrierte ökonomische, rechtliche und politologische, sowie pflanzen- und tierzüchterische Analysen zur Schaffung von System-, Ziel- und Transformationswissen. Im Rahmen von Diskurs-, Akteurs-, und Genderanalysen werden Problemwahrnehmungen und Handlungsbereitschaften identifiziert. Mit Praxisakteuren  wurde in diskursiven, problemlösungsorientierten Prozessen an konkreten Umsetzungsschritten auf den unterschiedlichen Ebenen (Politik, Unternehmen, Züchter etc. ) gearbeitet.